Wie finde ich den richtigen Betreuer

Am 11.11.2017 fand im Event Center eine Informationsveranstaltung zum Thema „Wie finde ich den richtigen Betreuer?!“.
Für dieses Thema konnten wir vom Arebeitskreis der Betreuungsvereine Region Hannover (http://btv-region.de/) Frau Anne Burke
gewinnen. Sie leitet den den Betreuungsverein vom Sozialdienst katholischer Frauen e.V. in Hannover. www.skf-hannover.de

 

 

 

1 Jahr Beratungstätigkeit

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

im November letzten Jahres hat sich mein Leben entscheidend verändert.

Nach 10 Jahren Gruppenleitung und innerhalb dieser Zeit auch gut 2 Jahre langer kommissarischer Leitung der Abteilung, habe ich mich aus persönlichen Gründen nach einem anderen Wirkungskreis umgesehen.

Bei dieser Suche bin ich auf die Ausschreibung des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte gestoßen und nach dem Kennenlernen des Vorstandes hat kurze Zeit danach auch schon meine Arbeit in der Beratungsstelle angefangen.

Erst noch in der Nähe des Bahnhofes von Hannover und dann kam der Umzug in die aktuellen Räumlichkeiten in der Emil-Meyer- Str. 20!

Das war eine ganz schöne Umstellung von geregelten Arbeitszeiten hin zu flexibler Arbeitszeit, bei der neben den Sprechzeiten auch Abend- oder Wochenendveranstaltungen abgedeckt werden müssen.

Statt mit einem Team von um die 15 Personen nur noch mit einem Kollegen zusammenarbeiten. Damit verbunden auch für alle Tätigkeiten, die in so einem Beratungsbüro neben Beratung anfallen, mit verantwortlich zu sein. Sei es Büromöbel zusammenzubauen, die Räumlichkeiten zu reinigen oder Kaffee für Vorträge zu kochen.

Statt Tagesgestaltung, Dokumentation und Pflege, sich wieder auf den Hosenboden setzen und die aktuellen Gesetze zu studieren und das auch noch in der Umbruchphase durch das BTHG.

Hannover und Region Hannover mal anders erkunden und sich bei Leistungsträgern, Leistungserbringern, Selbsthilfevereinen, anderen Beratungsstellen und Behindertenbeauftragten bekannt machen.

Rückblickend muss ich sagen, war das eine sehr aufregende Zeit mit vielen neuen Eindrücken und tollen Menschen. Ich musste erst mal meinen eigenen Rhythmus finden und mich aktiv mit meiner neuen Rolle als Beraterin auseinandersetzen. Dabei war das „Netzwerk unabhängige Beratung“ eine gute Hilfestellung und auch beim Verein konnte ich jederzeit mein Sorgen und Nöte loswerden.

Mein Highlight des letzten Jahres war definitiv die Fachtagung „Behinderter Übergang Schule-Beruf“, die ich planen und durchführen durfte. Mit externen Referenten und 100 Anmeldungen war das eine besondere Herausforderung, umso mehr habe ich mich über das positive Feedback der Teilnehmer gefreut.

Ich werde häufig gefragt, was ich eigentlich so berate. Diese Frage konnte und kann ich nicht abschließend klären. Wir erhalten Anfragen von verschiedenen Altersklassen, mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Motivationen. Die Ratsuchenden haben teilweise einen Migrationshintergrund und sind mit einem ganz anderen Verständnis von Behinderung aufgewachsen. Es kommen Angehörige von Menschen mit Behinderungen, Menschen, die erst im Alter eine Behinderung erworben haben, Menschen, die von Geburt an behindert sind, Menschen, die von Behinderung bedroht sind usw.

Dementsprechend ist jeder Tag im Beratungsbüro anders und herausfordernd.
Ich bin gespannt, was ich noch für Menschen kennenlernen darf.

Ihre Kirsten Glindemann